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            <title>ÖDP Cochem-Zell: Aktuelle Pressemitteilungen</title>
            <link>https://www.oedp-cochem-zell.de</link>
            <description>Unsere aktuellen Pressemitteilungen</description>
            <language>de-de</language>
            <copyright>ÖDP</copyright>
            <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 11:44:26 +0200</pubDate>
            <lastBuildDate>Tue, 21 Apr 2026 11:44:26 +0200</lastBuildDate>
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                        <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 09:00:00 +0200</pubDate>
                        <title>Sage mir, mit wem du umgehst…</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/sage-mir-mit-wem-du-umgehst</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Es geht auch andersrum: Man hört ja oft, dass private Firmen politische Akteure mit Geld unterstützen, um dieses oder jenes zu erreichen. Nun wurde bekannt, dass es auch anders geht: Die US-Regierung hat dem französischen Energiekonzern TOTAL eine Milliarde Dollar spendiert, damit dieser den geplanten Bau von zwei Offshore-Windparks nicht vollzieht. TOTAL will sich jetzt brav verhalten und nicht nur die Finger von den „bösen“ Erneuerbaren lassen, sondern jetzt auch wieder verstärkt in die „gute“ amerikanische ÖL- und Gasförderung investieren. Korruption hat eben viele Gesichter. <br /> <br /> Diese Story hat laut Süddeutscher Zeitung der US-Innenminister Doug Burgum bei dem jährlich stattfindenden Kongress der Ölwirtschaft in Houston erzählt. Bei dieser Zusammenkunft wurde auch das sich verschärfende Klimaproblem offensiv geleugnet. Man „bete nicht irgendeinen Klimagott an“, sagte der US-Energieminister Chris Wright. <br /> <br /> Warum fällt mir an dieser Stelle dieses alte Sprichwort ein: „Sage mir mit wem du umgehst und ich sage dir wer du bist…“? Ganz einfach: Weil an dem Treffen der Ölwirtschaft in Houston auch heuer wieder Frau Katharina Reiche teilgenommen hat. Der Unterschied: Früher nahm sie - sozusagen beruflich verpflichtet - als aktive Fossil-Lobbyistin teil. Jetzt ist sie bekanntlich eine auf das Gemeinwohl verpflichtete Bundesministerin. Darf man daran zweifeln, dass Frau Reiche wirklich den Beruf gewechselt hat? <br /> <br /> Auf uns alle kommen energiepolitisch schwere Zeiten zu. Wirtschaftswissenschaftler fordern, gut marktwirtschaftlich auf Verknappung und Preissteigerung mit Verbrauchsreduzierung zu reagieren. Sofort wirksam wäre bekanntlich ein Tempolimit. Weniger Treibstoffverbrauch wäre aber gar nicht im Interesse der fossilen Konzerne. Frau Reiche und die ganze Bundesregierung könnten jetzt zeigen, dass sie wirklich für das Gemeinwohl einstehen: Tempolimit jetzt! So schnell wie nur möglich. </p>]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 03 Apr 2026 09:00:00 +0200</pubDate>
                        <title>Es lebe das Leben!</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/es-lebe-das-leben</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Jahr am 10. Oktober ist „Welttag gegen die Todesstrafe“. Man könnte aber auch immer am Karfreitag diesen Tag begehen: Wer an diesem Tag einen christlichen Gottesdienst besucht oder eine der Passionen von Johann-Sebastian Bach im Konzerthaus hört, wird mit einem Todesurteil, mit Folter, mit Demütigung und mit einer sehr grausamen Hinrichtung konfrontiert. Religion, Kultur, Tradition – warum nicht auch Protest gegen die immer noch in manchen Ländern „praktizierte“ (welch ein Wort!) Todesstrafe?<br /> <br /> Die Hinrichtung des Jesus von Nazareth wurde in den letzten zwei Jahrtausenden theologisch eingeordnet, ausgedeutet, interpretiert. Und doch bleibt: Ein Mensch wurde von Staats wegen getötet. Leider hat es bis in jüngste Zeit gedauert, bis auch kirchliche Lehre das staatliche Töten problematisierte. Die Kirchengeschichte selbst ist entsetzlich blutig und voller Schrecken und Morden. Ein fortgesetzter Karfreitag.<br /> <br /> Wer sich mit Jesus von Nazareth auch nur ein wenig beschäftigt hat kennt bestimmt diese ergreifende Geschichte aus dem Johannesevangelium: „Ehrenwerte“ Männer wollen nach altem Gesetz eine Frau wegen eines sexuellen Vergehens steinigen. Man verlangt von Jesus eine Stellungnahme. „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ lautet die Antwort. So einfach. So einfach ist nicht alles, was mit Normen und Gesetzen zu tun hat. Aber dass das Töten und Foltern aufhören muss, ist eine einfache und überzeugende Position. <br /> <br /> Wer in düsteren Zeiten auf der Suche nach dem Guten ist kann sich darüber freuen, dass mittlerweile die allermeisten Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben. Was die längste Zeit in der Menschheitsgeschichte selbstverständlich war, ist mittlerweile vielerorts undenkbar. Leider nicht überall. Etwa 20 Staaten der Erde, vor allem autoritär-patriarchale und diktatorische Systeme verweigern sich dem humanen Fortschritt. <br /> <br /> „Die Todesstrafe ist abgeschafft“ – so lautet seit 1949 der Artikel 102 unseres Grundgesetzes. Dieser Satz ist eine sehr österliche Botschaft: Es lebe das Leben!</p>]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 09:12:34 +0100</pubDate>
                        <title>Wellenbrecher </title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/wellenbrecher</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben über 80% der Wählenden die AfD gemieden. Sie hatten dafür Gründe:<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die Deutschlands Superreiche durch radikale Senkung der Einkommensteuer und Abschaffung der Erbschaftssteuer noch reicher machen möchte.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die sich Putin und Trump bewundernd an die Brust wirft.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die Deutschlands Wirtschaft durch den Austritt aus der Europäischen Union schädigen möchte.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die mit „Remigrations“-Plänen Artikel 1 unseres Grundgesetzes missachtet und ganz nebenbei auch die Personaldecke in Pflegeheimen, Kliniken und vielen anderen Branchen gefährdet.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die in Deutschland das Atomrisiko erneuern möchte, die erneuerbaren Energien ablehnt und den Öl- und Gasoligarchen weiterhin pro Jahr 80 Milliarden für die Energielieferung überweisen will.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, deren Vorsitzende ihren Wohnsitz in der Schweiz hat.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die ein gefährliches Männlichkeits-Bild propagiert. <br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die ein gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit („Lügen-Presse“) hat und die öffentlich-rechtlichen Medien aushungern will.<br /> <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die frech behauptet, es gäbe keine durch Klimagase provozierte weltweite Überhitzungsgefahr. <br /> <br /> Und vor allem: <br /> Sie wollten keine Partei wählen, die in ihrem Programm unsere an der Menschenwürde orientierte freiheitlich-demokratische Ordnung uminterpretieren möchte, indem sie eine undefinierte „deutsche Leitkultur, die uns von anderen unterscheidet“ zum „Fundament unseres Grundgesetzes“ erklärt.    <br /> <br /> ***<br /> Es reicht nicht, wenn die 80%-Mehrheit besorgt in die Zukunft blickt. Wir 80% müssen reden. Es muss jede und jeder von uns 80% argumentativ Auskunft geben können, um die rechtsextreme Welle zu brechen. Sachliche Gründe, vorgebracht von Menschen im Alltag, sind Wellenbrecher.</p>]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 20 Mar 2026 09:49:04 +0100</pubDate>
                        <title>Leben braucht Vernunft und Regeln</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/leben-braucht-vernunft-und-regeln</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text wird sich mit einer kleinen Maschine und noch kleineren Tieren beschäftigen – obwohl die Gas- und Ölfelder brennen, obwohl Menschen sterben und obwohl wieder so viele Unschuldige ihre Heimat verlieren. „Kleine“ Probleme verschwinden leider nicht, wenn große Probleme noch größer werden.<br /> <br /> Die Maschine heißt „Mähroboter“ und die Tiere heißen Igel, Kröte, Frosch, Eidechse, Spinne, Käfer, Raupe. Die Maschine hat scharfe Messer. Die Tiere sind leicht verletzlich. Ihre natürlichen Schutz- und Fluchtreflexe nützen nichts, wenn der Mähroboter kommt.  Auch den §4 des Tierschutzgesetzes kennt der Mähroboter nicht: Tieren darf kein unnötiger Schmerz zugefügt werden. Sie dürfen auch nicht „einfach so“ getötet werden.<br /> <br /> Die Maschine ist fortschrittlich. Sie läuft gegebenenfalls rund um die Uhr. Wenn der Akku schwach wird, fährt die Maschine automatisch zum Ladepunkt. Ein tolles Ding. Wer so etwas hat kann einen „perfekten“ Rasen präsentieren. Eigentlich ist die Maschine aber ständig damit beschäftigt, einen absolut unnatürlichen, lebensfeindlichen Zustand herzustellen. Sie ist insofern leider typisch für viele Aspekte unserer Zivilisation: Es wird dem Leben nicht leicht gemacht, sich zu entfalten. <br /> <br /> Mittlerweile wird vielerorts wenigstens über ein „Nachtfahrverbot“ für Mähroboter diskutiert. Einzelne Städte (ganz aktuell Regensburg) und Landkreise (Schwandorf) haben schon so ein Verbot beschlossen. Viele Petitionen laufen. CSU, FW und AfD haben im Bayerischen Landtag ein Landesgesetz zum Nachtfahrverbot leider abgelehnt. <br /> <br /> Dort gab es eine Neuauflage der Lieblingsdebatte unserer Zeit: „Muss man den Leuten denn alles verbieten? Reichen nicht Appelle an vernünftiges Verhalten?“ Ich bin mir sicher: Nein, sie reichen nicht. Es wird ja auch weiterhin viel zu schnell gefahren, obwohl die Preise an den Tankstellen sehr laut an die Vernunft appellieren… <br /> <br /> Wer Leben schützen will, braucht Vernunft und Regeln.</p>]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 13 Mar 2026 08:57:43 +0100</pubDate>
                        <title>„Zuverlässig, erschwinglich, emissionsarm“</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/zuverlaessig-erschwinglich-emissionsarm</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Dass sie es ernst meint, zeigt die Wahl des Termins: Pünktlich zum 15. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima stellte Frau von der Leyen öffentlich klar, dass der Atomausstieg in Deutschland ein „strategischer Fehler“ war. Darin ist sie sich mit Bundeskanzler Merz einig. Und Markus Söder, seinerzeit - nach der Kernschmelze in Fukushima – der allerschärfste Atomgegner, hat längst seine Meinung geändert: Auch er will wieder Atomkraftwerke in Deutschland haben. <br /> <br /> Es lohnt sich die strahlende pro-Atom-Rede der EU-Kommissionspräsidentin genau anzuschauen. Sie lobt die Atomkraft als „zuverlässig, erschwinglich und emissionsarm“. Es ist allgemein bekannt, wie „zuverlässig“ die französischen Reaktoren Strom liefern, wenn wegen der sommerlichen Hitze die Kühlwasserzufuhr nicht mehr funktioniert; die Atomkraftwerke waren oft wochenlang abgeschaltet. Man kennt auch die „erschwinglichen“ Preise beim Bau der jüngsten europäischen Atomkraftwerke in Finnland, Frankreich und Großbritannien: Sie kosteten „zuverlässig“ drei- bis sechsmal so viele Milliarden wie ursprünglich berechnet. In Großbritannien wurde Hinkley Point nur gebaut, weil den Betreiberkonzernen „zuverlässig“ garantiert wurde, eine weit über den Marktpreisen liegende Vergütung für jede Kilowattstunde aus der Staatskasse zu bezahlen. Und ja, wir wissen alle, dass die AkWs „emissionsarm“ sind: Sie stinken nicht riechbar und rauchen nicht sichtbar. Der pro Jahr anfallende Müll hat noch nie interessiert; warum sollte man mit dieser bewährten Praxis aufhören?<br /> <br /> Es ist gut, dass es jetzt eine aktualisierte Ausgabe des „Uranatlas“ gibt. Eine Gemeinschaft von atomkritischen Stiftungen und Verbänden (u.a. BUND, Greenpeace, IPPNW) hat diverse Fachleute beauftragt, alles was man wissen muss zusammenzutragen. 60 Seiten gut lesbare Pflichtlektüre mit vielen aussagekräftigen Grafiken!  <a href="https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Shop/Uranatlas_2026.pdf">https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Shop/Uranatlas_2026.pdf</a> </p>]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 06 Mar 2026 09:00:42 +0100</pubDate>
                        <title>Lieferservice oder Gemeinwesen?</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/lieferservice-oder-gemeinwesen</link>
                        <description></description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Dass der demokratische Staat Bundesrepublik Deutschland seine Bürgerinnen und Bürger auch im Ausland schützt und ihnen in Notlagen nach Kräften beisteht, ist eine Selbstverständlichkeit. Der Staat hilft auch all jenen, die meinen, der Staat solle aufhören, sich überall einzumischen... Der Staat hilft auch allen, die sich durch ganz normale Steuern und Sozialabgaben – wie man in manchen Kreisen mehr und mehr zu hören bekommt - „abgezockt“ fühlen. Der Staat fragt im Notfall nicht nach Gesinnung und Meinung. Der Staat ist dazu verpflichtet, einzuspringen, wenn jetzt zigtausende Ferntouristen aus dem Kriegsgebiet Nah-Ost zurückgeholt werden müssen und sich die Reisekonzerne überfordert fühlen… Der Staat muss.<br /> <br /> Man wünscht allen gutes Gelingen und sichere Heimkehr. <br /> <br /> Ich wünsche mir aber auch eine grundlegende Debatte darüber, ob der objektiv höchst fragwürdige Ferntourismus weiterhin durch Steuerverzicht gefördert werden soll. Nach wie vor ist Kerosin von der Energiesteuer befreit. Die sog. „Luftverkehrsabgabe“ ist lächerlich niedrig: Man zahlt für eine „kurze“ Strecke pro Fluggast 15,53 Euro, für die „mittlere“ Strecke 39,34 Euro und für die Langstrecke 70,83 Euro. <br /> <br /> Mehr noch wünsche ich mir aber eine Korrektur der Debatten: Die von Rechts betriebene ständige Kritik an staatlichen Aktivitäten sickert mehr und mehr in die Mitte ein: Ordnungspolitik wird unter den Generalverdacht der Freiheitsgefährdung gestellt. Steuern werden nicht mehr als Beiträge zum Gemeinwohl, sondern als Abzocke verleumdet. Gleichzeitig fordert man vom Staat schnelle Belieferung mit Wohltaten aller Art (Stichwort: Tankrabatt) und im Ernstfall auch Rettung – und zwar ohne Verzug im ersten Flieger! <br /> <br /> Der demokratische Staat ist aber ein Gemeinwesen, kein Lieferservice. Ein Gemeinwesen braucht solidarisch-leistungsbereite Bürgerinnen und Bürger, nicht Kunden. </p>]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 27 Feb 2026 09:00:00 +0100</pubDate>
                        <title>Die 26 650-Euro-Story</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/die-26-650-euro-story</link>
                        <description></description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der Skandal um Mitarbeiter von AfD-Abgeordneten könnte die parlamentarische Demokratie als Ganzes schädigen. Deshalb ist es z.B. wichtig, auch auf gute Beispiele hinzuweisen. Schon vor vielen Jahren hat der Bayerische Landtag für seine Mitglieder das verboten, was die AfD jetzt in anderen Parlamenten praktiziert: Da man enge Verwandte nicht als eigene Mitarbeiter beschäftigen darf, werden „überkreuz“ die Verwandten eines Fraktionskollegen angestellt – und umgekehrt. Frechheit siegt.  </p>
<p>Der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim hat (leider vergeblich!) schon vor mehr als 10 Jahren als Rechtsbeistand der ÖDP die legale Grundlage der aktuell zu Tage tretenden Missstände präzise kritisiert: Die Ausstattung der Abgeordneten mit einem staatlich finanzierten Mitarbeiterstab verzerrt die Chancengleichheit. Wer direktdemokratisch oder außerparlamentarisch für das Gemeinwohl arbeitet, muss alles aus eigener Tasche bezahlen und hat kein vom Staat bezahltes Assistenz-Team an der Seite.  </p>
<p>Die Fakten: Jedes Mitglied des Bundestags kann für 26 650.- Euro (pro Monat!) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Das kostet uns pro Jahr gut 200 Millionen Euro. Allein an die AfD gehen so monatlich 4 Millionen (also Jahr für Jahr 48 Millionen) Euro! Der Bundestag bezahlt - die Abgeordneten suchen sich ihr Personal selbst aus. Niemand kann genau nachprüfen, wie weit die Vorgaben eingehalten werden, nach denen dieser Stab keine Partei-, sondern ausschließlich Parlamentsarbeit leisten darf. Hans-Herbert von Arnim spricht von „verdeckter Parteienfinanzierung“. Er hat in einer Studie nachgewiesen, dass zahlreiche regionale Partei-Kader als Abgeordnetenmitarbeiter auf der Lohnliste des Bundestages stehen. </p>
<p>Die jetzt aufgedeckten AfD-Lumpereien sind nur möglich, weil Bundestag und Landtage in Deutschland so großzügig aus Steuergeldern allen Abgeordneten einen gewaltigen Mitarbeiterstab finanzieren. </p>
<p>Es gibt Reformbedarf! </p>

]]></content:encoded>
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 13 Feb 2026 09:00:00 +0100</pubDate>
                        <title>Für alle?</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/fuer-all</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem gut besetzten Omnibus fährt man sehr energieeffizient von A nach B. Das zeigen seriöse Studien. Jetzt wird aber ein Omnibus auf den Weg gebracht, vor dem es einen gruseln sollte: Es geht nicht um den ÖPNV oder um Tourismus. Es geht um Gift. </p>
<p>„Omnibus“ nennen die Leute in Brüssel ein Verfahren, mit dem auf einen Schlag vieles geregelt werden soll. Alles in einem Rutsch – so konnte man auch sagen. In diesem Omnibus soll z.B. eine unbefristete Zulassung von Pestiziden transportiert werden. Falls also später mal neue, problematische Erkenntnisse auftauchen, kann das Zeug trotzdem weiter verkauft und verwendet werden. Bereits verbotene Spritzmittel sollen künftig länger „übergangsweise“ versprüht werden - man wirft ja ungern etwas weg! Und besonders ärgerlich: Sollten in einem einzelnen Mitgliedsstaat neue Erkenntnisse zur Gefährlichkeit eines Mittels gewonnen werden, dann dürfte das in der EU nicht mehr berücksichtigt werden.  </p>
<p>Man wird es schon gemerkt haben: Der Omnibus fährt auf der Linie „Bürokratieabbau“.  In diese Richtung fährt man momentan gerne. Wenn einen was stört, z.B. strenge Zulassungsbedingungen für Gifte in der Landwirtschaft, dann packt man das in den Bürokratieabbau-Omnibus. Omnibus ist übrigens lateinisch und heißt: „Für alle!“ Da habe ich meine Zweifel: Ich glaube, dass dieser Omnibus nur für ein paar Chemiekonzerne fährt. </p>
<p>Losgeschickt wird der „Food and Feed Safety Omnibus“ (schöner Name!) von der EU-Kommission. Ursprünglich sollte noch mehr Unappetitliches eingepackt werden. Das haben Proteste schon vor Weihnachten verhindert. Aber die aktuellen Fahrgäste sind immer noch fragwürdig genug. Deshalb ist es gut, sich vor der Abstimmung im Parlament noch einmal zu Wort zu melden. Das Münchener Umweltinstitut macht es einem sehr leicht, an regionale Abgeordnete eine mail zu schicken:</p>
<p><a href="https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/mitmachaktionen/mail-for-eu-pestizidpaket-stoppen/">https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/mitmachaktionen/mail-for-eu-pestizidpaket-stoppen/</a> </p>

]]></content:encoded>
                        
                        
                    </item>
                
                    <item>
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                        <pubDate>Fri, 06 Feb 2026 09:40:36 +0100</pubDate>
                        <title>Eine wichtige Frage</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/eine-wichtige-frage</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>„Warum erkennen so viele Menschen in Deutschland nicht, dass sie in einem guten Land leben?“ Diese eigentlich recht einfache Frage wurde mir nach einem Vortrag von einer jungen Veranstaltungsbesucherin gestellt. Ich konnte spontan keine schlaue Antwort geben. Statt meiner antwortete ein älterer Herr: Man habe die Dankbarkeit verlernt – das sei der Grund für die grassierende Meckerei und für eine aggressive „Gegen-alles-Stimmung“ im Land. Dass rundum auf der Welt das Leben der Menschen vielfach von materieller Not und geistiger Unfreiheit geprägt sei, während wir hier großenteils ein auskömmliches Leben führen und kritische Veranstaltungen wie diese abhalten können, ohne im Straflager zu landen, falle für viele nicht ins Gewicht. So sprach der ältere Herr.<br /> <br /> Wie gesagt: Ich hatte keine gute Antwort auf die gestellte Frage. Mir wurde aber immer klarer, dass da eine sehr wichtige Frage gestellt wurde und bat die Anwesenden, genau mit dieser Frage immer wieder sich selbst und andere zu konfrontieren: Warum nur erkennen immer weniger Menschen, dass unser Gemeinwesen ein sehr gutes ist? <br /> <br /> Es ist zwar vieles in der Krise, aber die Grundlagen stimmen immer noch: Achtung der Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstaat, Sozialstaat, Gewaltenteilung – alles hervorragende Voraussetzungen, um Krisen aktiv anzugehen und neue, bessere Lösungen zu finden. <br /> <br /> Eine Antwort ist mir dann doch noch ganz zum Schluss der Veranstaltung eingefallen: Menschen erfahren oft in einem ganz konkreten Fall eine tatsächliche oder vermeintliche Ungerechtigkeit. Das kann so etwas Simples wie ein Bußgeldbescheid sein. Oder auch weit ernster: Der eine oder andere Rentenpunkt konnte nicht nachgewiesen werden. Nun ist die Versuchung sehr groß, nicht diesen Einzelfall zu kritisieren, sondern gleich „das ganze System“ in die Tonne zu hauen. Von solchen Fehlschlüssen lebt der populistische Extremismus.  </p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>04 LV Bayern</category>
                            
                                <category>Bundes- und Landespolitik</category>
                            
                                <category>Bürgerbeteiligung, Demokratie, Transparenz</category>
                            
                                <category>Werte / Menschenbild</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 09:00:00 +0100</pubDate>
                        <title>Schlimmer Lifestyle?</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/schlimmer-livestyle</link>
                        <description>Die CDU wird&#039;s nicht kapieren. So geht Lifestyle, nach dem Motto: Goodbye, Hamsterrad der Arbeit, hallo, Reichtum an Zeit &amp; Beziehung. Menschen entscheiden sich frei zu wenig Konsumgetöse oder Partyurlaub. Sie genießen auf dem Teller pflanzenbasiert und sind richtig da für Familie &amp; Freunde. Der Flieger bleibt am Boden und der ökologische Fußabdruck ist klein und schicklich. CDU? Hör diesem Lifestyle mal zu. </description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ja, es geht um Fragen des Lebensstils, vielleicht sogar um eine Frage des Überlebens-Stils: Seit Jahren nimmt die Zahl jener Menschen zu, die als Single oder Paare ganz bewusst ihren materiellen Aufwand reduzieren und den Begriff Wohlstand anders definieren als in der Konsumwerbung üblich. Man benötigt vielleicht nur einen sehr kleinen Pkw oder nutzt nur ÖPNV und Fahrrad. Man hat sich für die Reduzierung oder auch für das Ende des teuren Fleischkonsums entschieden. Man sucht im Urlaub Erholung und Erlebnisse ohne Flugreisen, Kreuzfahrten und Dauerparty. Man widmet sich ganz bewusst dem Leben in Partnerschaft und Familie, hat intensive soziale Kontakte, pflegt Nachbarschaften und Vereinstätigkeiten. Man betreut und pflegt vielleicht auch Menschen mit Einschränkungen. </p>
<p>Dieser etwas andere Lebensstil wird möglich, weil man Erwerbsarbeit und Einkommen aus freien Stücken reduziert hat. Die Gewinne sind erheblich: Das Hamsterrad des Alltags läuft langsamer und steht vielleicht sogar zeitweise still. Man nennt so etwas Zeit-Wohlstand. Auch die Tiefe der Erlebnisse mit Menschen, Tieren und der gesamten Mit-Welt nimmt zu. Man nennt es Beziehungs-Wohlstand. Und der ökologische Fußabdruck wird kleiner und leichter. Man nennt es Verantwortung für die Zukunft. </p>
<p>Mit all dem kann der Wirtschaftsflügel der CDU/CSU nichts anfangen. Diesen „Lifestyle“ verleumdet man als Faulheit und Wohlstandsgefahr. Man kennt dort die Vielfalt des guten Lebens nicht. Man kennt nur den Materialismus des Alltags und den Wachstumszwang. </p>
<p>Für mich sind Menschen mit freiwillig reduzierter Erwerbsarbeit beispielgebende Vertreterinnen und Vertreter der Postwachstumsökonomie. Sie leben uns allen vor, dass man nicht verzweifeln muss angesichts der anstehenden Jobverluste durch KI und Robotik. Es kommt „nur“ darauf an, rechtzeitig die Finanzierung des Gemeinwohls zeitgerecht neu zu organisieren: Der Faktor Arbeit kann und darf nicht weiter Lastesel des Sozialsystems sein. </p>

]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>04 LV Bayern</category>
                            
                                <category>Bundes- und Landespolitik</category>
                            
                                <category>Arbeit / Wirtschaft</category>
                            
                                <category>Gemeinwohlökonomie</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 23 Jan 2026 09:00:00 +0100</pubDate>
                        <title>Populismus im Dienst des evolutionären Defizits</title>
                        <link>https://www.oedp-rlp.de/aktuelles/kompass-orange-der-oedp-blog/newsdetails/news/populismus-im-dienst-des-evolutionaeren-defizits</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Neurowissenschaftler erklären uns oft, dass wir nicht befähigt wurden, unsere Lebensmöglichkeiten langfristig vorausschauend zu schützen. Dumm gelaufen, unsere Evolution als homo sapiens! Wir sind z.B. als Gattung ebenso wie als Individuen in den „Status quo“ verliebt, wollen möglichst gar nichts ändern und haben keine Lust, uns über die Zukunft und über die Verhältnisse jenseits unseres Gartenzauns viele Gedanken zu machen. Und damit das Problem auch einen ordentlichen Namen bekommt, sprechen die Fachleute von einem „Present Bias“ und einem „Status-quo-Bias“.  („Bias“ bedeutet  „Voreingenommenheit“, die falsche Wahrnehmung fördert.) </p>
<p>Damit ist der Mensch gut gefahren, so lange seine Eingriffsmittel in den Gang der natürlichen Dinge begrenzt waren. Leider hat man sich mittlerweile daran gewöhnt, fossile Treibstoffe und Pestizide einzusetzen, deren Gebrauch auf Dauer das Gesamte schädigt. Da diese Mittel das Leben im Heute erleichtern, der Verzicht aber „nur“ den Nachkommen nützen würde, fällt der Abschied schwer. </p>
<p>Populisten wissen das. Sie bekräftigen die beiden oben angeführten Systemfehler, indem sie versprechen, das Gewohnte von heute zum Ziel für immer zu machen. Bereits eingetretene Veränderungen wollen sie rückgängig machen. Probleme, die sich aus dem Status-quo ergeben, werden frech geleugnet. Wer Beweise vorlegt, wird als Lügner verleumdet. Dies trifft vor allem Wissenschaftler, seriöse Medien und Menschen, die davon überzeugt sind, dass Änderungen für das Gemeinwohl nötig sind.</p>
<p>Mit Hass belegt werden alle, die bewährte Mittel zur Überwindung der beiden evolutionären Schwächen empfehlen: Ethik, Moral, Anstand, Vorschrift, Gebot, Gesetz, Pflicht, Verantwortung für nachfolgende Generationen – alles kluge Erfindungen der menschlichen Gemeinschaft, um den ebenso bedauerlichen wie gefährlichen „Present Bias“ und den „Status-quo-Bias“ zu entschärfen.</p>

]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>04 LV Bayern</category>
                            
                                <category>Bundes- und Landespolitik</category>
                            
                                <category>Klimaschutz</category>
                            
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